Montag, 24. September 2012

unerfreuliche Pastete

Nachdem ich letztes Mal über Bio-Produkte vom Discounter nachgedacht habe und mich als gelegentliche Stress-Einkäuferin geoutet habe, gibt es nun eine entsprechende einmal-unkonzentriert-und-schon-ist-es-passiert-Story. Dabei geht es um die neuen Aldi-Pasteten, die ich letztens im Prospekt entdeckt hatte und daraufhin ausprobieren wollte. Bei einem Preis von einem Euro im Vergleich zu Pasteten von anderen Firmen, die 1,50 € aufwärts kosten, macht man sich schon so seine Gedanken. Da wir letztens einen Veggie-Kochabend mit sehr leckeren Veggie-Burgern von Aldi gemacht haben, wollte ich unbedingt weitere Produkte dieser neuen Reihe probieren.
Normalerweise schaue ich mir sowohl im Supermarkt als auch zu Hause die Inhaltsstoffe der Produkte an, die ich kaufe. Aber mein Kopf war irgendwie auf "Schnell zu Aldi, Pasteten kaufen" geschaltet, schließlich hatte ich mir fest vorgenommen sie zu kaufen und was kann schon großartig anderes enthalten sein, als bei den sonst bekannten. Ich suchte mir also die Sorten Mais-Tomate, Champignon-Shitake und Gurke-Paprika aus, eilte zur Kasse. Den restlichen Tag verbrachte ich mit allerlei anderen Dingen, bevor ich abends zu Hause angekommen die drei Döschen aus meiner Tasche holte und nun endlich genauer anschaute, was ich erstanden hatte.


Dort stand doch tatsächlich, dass Palmöl enthalten ist! Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet, da in diversen anderen Pasteten, die ich bis jetzt probiert habe, in keinem Fall Palmöl unter den Inhaltsstoffen zu finden war. Nach einiger Aufregung wurden die Dosen im Regal verstaut, bis ich gestern die erste öffnete. Sofort wurde mir klar, dass dort gut erkennbar Palmöl verwendet wurde und dies malwieder völlig unnötigerweise. Die Konsistenz ist anders als bei sonstigen Pasteten, die eher etwas fest sind und sich trotzdem gut verstreichen lassen und meistens dabei noch ziiiemlich lecker sind. Im Fall der Aldi-Pastete Gurke-Paprika fiel mir sofort die cremige Konsistenz auf, eben so als wenn man die gewohnten Pasteten mit Öl vermischen würde. Komplett unnötig!
Der Geschmack ist in Ordnung, aber kommt auf jeden Fall nicht an meine sonstigen Lieblinge von Alnatura und Tartex heran. Abgesehen von dem unnötigen und unerfreulichen Zusatzstoff würde ich daher trotz des niedrigen Preises die Aldi-Pastete nicht noch einmal kaufen.


Freitag, 21. September 2012

Wie billig kann Bio sein?

Gestern habe ich nun endlich die Dokumentation "Wie billig kann Bio sein?" gesehen. Als sie ausgestrahlt wurde, habe ich sie verpasst und danach vergessen, dass ich sie noch schauen wollte. Dabei mache ich mir schon seit längerem Gedanken über dieses Thema. Zwar gibt es Bio-Produkte im Discounter wie z.B. Kekse, die ich bedenkenlos kaufe, außer jemand belehrt mich eines Besseren? Aber das ist nunmal nicht bei allem der Fall. Letztens stand ich beispielsweise bei Netto vor dem Regal mit den Eiern und starrte ungläubig auf die Preise, die Bio-Eier kosteten doch tatsächlich weniger als die aus Freilandhaltung!? Da fällt einem wirklich nicht mehr viel zu ein...
Normalweise sollte man nicht mit dem Fazit beginnen, aber meine ganze Aufregung hat sich zu zwei Ergebnissen formiert.
Erstens werde ich, wenn ich dann doch mal welche verwenden möchte, Eier nur noch auf dem Markt an Ständen kaufen, bei denen ich mir sicher bin, dass sie aus dem Umland sind und sie ihre Legehennen wirklich biologisch und artgerecht halten. Außerdem werde ich, auch wenn ich in Eile bin, lieber weiterhin meine Kartoffeln auf dem Markt kaufen, als ägyptische aus dem Discounter mitzunehmen. Vor einigen Monaten hatte ich es eilig und habe notgedrungen ägyptische Kartoffeln bei Netto gekauft, obwohl mir das total irrsinnig erschien und ich mich ziemlich aufgeregt habe, dass es einfach nicht mal eine deutsche Alternative gab und keine Zeit mehr hatte das Geschäft zu wechseln. Daher war dieser Teil der Doku für mich sehr passend.
Und zweitens ist mir malwieder bewusst geworden, dass es dringend notwendig ist das Öko-Siegel zu erweitern oder weitere Kennzeichnungen einzuführen. Natürlich ist es mir wichtig, dass mein Obst und Gemüse biologisch angebaut wird, aber mindestens genauso wichtig ist für mich die Nachhaltigkeit. Im Bezug auf die Doku heißt das, dass beim Kartoffelanbau kein kostbares Wasser verschwendet wird. Daher sollte es unbedingt eine entsprechende Angabe vor allem für Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß auf Lebensmittelverpackungen geben. Natürlich wäre dies nicht nötig, wenn ausschließlich von regionalen Anbietern gekauft wird, aber da ich für meinen Teil mich nicht nur von Obst und Gemüse ernähre, sind mir detailliertere Kennzeichnungen wichtig.
Ein wichtiger Teil der Doku ist außerdem natürlich auch die katastrophale Bio-Großschweinehaltung, allerdings bin ich (als Vegetarier) der Meinung, dass das mittlerweile für Nicht-Vegetarier (zum Glück! aber noch nicht genug!) überall gepredigte "nur einmal pro Woche Bio-Fleisch essen" auf jeden Fall eine sehr gute Richtlinie ist und man das Fleisch dann auch z.B. am Wochenende auf dem Markt erstehen kann.
Schon lange ist bekannt, dass immer wieder große Mengen Lebensmittel aus teilweise irrwitzigen Gründen einfach vernichtet werden (müssen?). So schnell wird sich das wahrscheinlich genau wie die meisten anderen Probleme nicht ändern, aber ich frage mich, inwiefern es möglich wäre in Zukunft kleinere Betriebe zu bewirtschaften. Dieses Thema tauchte auch schon häufiger in Dokumentationen und Diskussionen auf, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich da mit meinem Wunschdenken nicht in einer Traumwelt lebe. Inwiefern ist es überhaupt möglich die Betriebe zu verkleinern? Selbst wenn irgendwann ein Großteil der Bevölkerung seine Lebensmittel bei regionalen Anbietern kauft, werden wir doch trotzdem niemals alle auf Luxusartikel aus dem Supermarkt verzichten, für die nur größere Betriebe rentabel sind?
Ich bin sehr gespannt und werde mich bis dahin weiter in meiner Traumwelt bewegen, in der es irgendwann endlich möglich sein wird nur noch kleine (artgerechte) Betriebe zu bewirtschaften und bewusst Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß pro Kopf niedrig zu halten.

Mittwoch, 19. September 2012

Master? Selbstverständlich!

Nachdem ich nun endlich meinen Studi-Ausweis abholen konnte und nur noch mein Bachelor-Zeugnis fehlt, damit ich endgültig im Master immatrikuliert bin, mache ich mir natürlich so meine Gedanken, wie die nächsten zwei Jahre laufen sollen. Meine Vertiefungsrichtung "Ökologische und Nachhaltige Chemie" ist zwar an meiner Universität vertreten und es gibt auch ein gutes und umfangreiches Vorlesungsangebot, allerdings bin ich nicht sicher, ob ich hier einen Praktikumsplatz und einen Platz für die Masterarbeit bekommen werde.
Auf der Suche nach entsprechenden Instituten oder anderen Einrichtungen bin ich auf das Julius-Kühn-Institut gestoßen. Die auf der Startseite des Internetauftritts beschriebenen Aufgaben und Ziele gefallen mir gut und machen mich neugierig auf mehr. Außerdem habe ich sogar Hinweise auf eine eigene jährlich stattfinde Veranstaltung für Nachwuchswissenschaftler des Instituts gefunden. Leider waren jedoch keine Infos zu Praktika und Masterarbeiten zu finden.
Weiß jemand etwas darüber, ob diese dort durchgeführt werden können? Kennt jemand andere Institute, die für mich interessant sein könnten? Ich habe zwar noch ein bisschen Zeit, aber die vergeht erfahrungsgemäß häufig doch sehr schnell! 

Winteräpfel und Bio-Mensa

Als Erstes gibt es eine Xenius-Folge, da diese Sendung häufig mein Frühstücksfernsehen ist. Die Moderatoren sind mir manchmal etwas suspekt und alles ist sehr einfach gehalten. Aber generell werden immer viele interessante Aspekte erwähnt und wichtige Themen einfach dargestellt, ist generell auch sinnvoll. Natürlich ist viel Bekanntes dabei, aber hier und da gibt es doch einen Aha-Effekt.
Heute beispielsweise wurden endlich meine Gedankenspiele beim winterlichen Bio-Supermarkt-Einkauf mit Zahlen bestückt. Natürlich kamen für mich dabei nur deutsche Äpfel in Frage. Bei dem Gedanken an Äpfel, die einmal um die halbe Welt geflogen sind, im Kontrast zu welchen aus der Region, vergeht einem schnell die Lust an diesem Obst. Allerdings ließ mir bei den heimischen Äpfeln immer wieder die monatelange Lagerung um Kühlhaus keine Ruhe. Zwar ist das Xenius-Ergebnis nicht richtig befriedigend, aber trotzdem: Nun kann der Winter kommen (Neein! Neein! Es soll Sommer bleiben!), zumindest im Bezug auf die Äpfel..
Das Beispiel der nachhaltigen Bio-Großküche war für mich sehr interessant, da ich so etwas vorher noch nicht gesehen hatte. Gerne kann sich die hiesige Mensa ein Beispiel daran nehmen. Wie genial eine nachhaltige Bio-Mensa wäre, ein Traum! Ich würde täglich dort essen! Ein Traum?